
Südseitig gelegen und sonnendurchflutet fristete die gegliederte Felswand die das Stangenkar nach oben hin abschließt dennoch ein Schattendasein. Zu weit oben, zu zerklüftet, die prominente Höllmauer gleich daneben und besser erreichbar… nur eine alte Route vom Rust Max und ganz links die etwas gesuchte (aber nicht schlechte!) „Happy Birthday“ gabs dort bis vor kurzem. Bis aus den Hügeln des Grazer Berglandes der „Nixtuer“ Rüdiger Hohensinner auftauchte und der Wand zwei überraschend schöne, recht knapp nebeneinander liegende Routen bescherte. Die rechte, schwierigere und längere Tour sei hier beschrieben und stellt eine Empfehlung für klare Herbsttage dar! Es sei aber nicht verschwiegen daß die Route 13 Seillängen plus eine 20m – Abseilpassage ihr Eigen nennt, Zu- und Abstieg auch seine Zeit benötigen und die Tage im Herbst nicht die längsten sind! Schwierigkeit: 1 Passage 7, kurze Stellen bis 7-, meist im 5. und 6. Grad (6+ obligat) Erstbegeher: Rüdiger Hohensinner, Michael Bretterklieber 2.7.2025 nach Vorarbeiten
Absicherung: Durchgehend gut mit Bohrhaken, alle Stände mit 2 Bohrhaken, Abseilstelle vom Turm mit 2 Karabinern.
Material: 60m – Einfachseil, Expressen und ein paar Schlingen reichen, Keile nicht nötig
Ausgangspunkt: Seewiesen, Parkplatz im Seetal (942m) Zustieg: Von Seewiesen ins Seetal zum Parkplatz. Nun am Weg Richtung Voisthaler Hütte erst sehr flach, dann ansteigend zur (nicht bewirtschafteten) Florlhütte. Nun eben weiter bis zum Kühboden, einer freien Fläche unter der Höllmauer. Wo der Wald ganz herunter reicht zweigt eine Steigspur rechts ab (vereinzelt rote Punkte an Bäumen). Nach dem Wald leicht rechts über kleines Schotterfeld (letzte Steinmanndln), dann steil und weglos immer links neben einer markanten Erosionsrinne unter die Wand. Nun entweder gerade hinauf, mühsam über Schotter zu den Felsen und direkt am Wandfuß nach links queren zum Einstieg. Oder: Schotterfeld waagrecht nach links queren und direkt zum Einstieg, zuletzt leichte Kletterei über schuttbedeckte Platten. Ca. 2 Stunden.
Einstieg: Am Fuß des markanten, westlichen Pfeilers im linken Wandbereich. Rechts einer Verschneidung mit markanter glatter Platte daneben, rechts davon eine Einseillängenroute, dann „Beyond Paradise“, gleich daneben der „Sturschädl“ bei schöner steiler Wand (Bohrhaken).
Abstieg: Am längsten, aber am schönsten und am einfachsten vom letzten Stand über Wiese aufs Plateau und nach Norden zum Wanderweh. Hier nach Osten über die Staritzen bis zum Abzweiger ins Bruchtal (großer Steinmann am Plateaurand in der Senke nach dem Krautgartenkogel). Durchs Bruchtal nach Seewiesen absteigen ( 2,5 – 3 Stunden), spärlich markiert.
Man kann auch vom letzten Stand 12x über „Beyond Paradise“ abseilen, 60m – Einfachseil reicht, ist aber recht langwierig und steinschlaggefährlich für etwaige Nachfolgeseilschaften.
Dritte und flotteste aber anspruchsvollste Möglichkeit ist der hier nicht näher beschriebene Abstieg über einen steilen Steig im westlichen Bereich des Stangenkares mit Kletterstellen bis 2, nur für Gebietskenner, von oben schwer zu finden!
Material: 60m Einfachseil, Helm, reichlich Expressen
Abstieg: Mittels Abseilen